Google Maps ist gratis, kennt jede Straße und liegt schon auf deinem Handy. Kein Wunder, dass die meisten Roller-Fahrer einfach die App öffnen, das Ziel eintippen und losfahren. Bis zu dem Moment, in dem die freundliche Stimme dich auf eine vierspurige Schnellstraße mit 80 km/h lotst, auf der dein gedrosselter Roller mit Vollgas am rechten Rand klebt und der Verkehr links an dir vorbeidonnert. Das ist kein Einzelfall, sondern eingebaut. Schauen wir uns an, wie du das Beste aus Google Maps herausholst, und wo die App dich trotzdem im Stich lässt.
Ich fahre selbst einen kleinen Roller, und ich baue Urban Rider, die App, die ich am Ende bespreche. Lies mich also als befangene, aber ehrliche Quelle. Der erste Teil hier ist echte Hilfe, die du sofort umsetzen kannst, ganz egal, welche App du am Ende nutzt.
Zuerst das Nützliche: Autobahn vermeiden in Google Maps aktivieren
Google Maps versteckt die wichtigste Einstellung für Roller-Fahrer in den Routenoptionen. So findest du sie, identisch auf iOS und Android:
- Gib deinen Startpunkt und dein Ziel ein und tippe auf Route.
- Stelle sicher, dass oben das Auto-Symbol gewählt ist (einen echten Roller-Modus gibt es in Europa nicht, dazu gleich mehr).
- Tippe auf die drei Punkte oder auf Routenoptionen über den vorgeschlagenen Routen.
- Aktiviere Autobahnen vermeiden und Mautstraßen vermeiden.
- Google berechnet die Route neu und merkt sich die Einstellung in der Regel für künftige Fahrten.
Damit ist die wichtigste Hürde genommen: Deine Google Maps Roller Route meidet ab jetzt klassische Autobahnen. Für viele kurze Wege durch die Stadt reicht das auch völlig aus.
Dasselbe in Waze einstellen
Waze gehört zwar zu Google, hat die Einstellung aber an anderer Stelle versteckt. Auch hier ist der Ablauf auf iOS und Android gleich:
- Öffne Waze und tippe unten auf Meine Waze oder das Suchfeld.
- Geh zu Einstellungen und dann zu Navigation.
- Aktiviere Autobahnen vermeiden und Mautstraßen vermeiden.
- Zurück zur Karte, Ziel eingeben, und Waze hält sich an deine Vorgaben.
Das ist der korrekte Weg, um in beiden Apps die Autobahn zu vermeiden. Wenn dir bisher jemand erklärt hat, das ginge nicht, dann hat er die Routenoptionen schlicht übersehen.
Der Haken: Autobahn vermeiden heißt nicht sichere Straße
Jetzt kommt der Teil, den kaum jemand erklärt. Wenn du in Google Maps Autobahnen vermeiden einschaltest, dann meidet die App genau eine Sache: Straßen mit dem amtlichen Status Autobahn, das blaue Schild mit den zwei Spuren. Sie meidet nicht das, was du eigentlich meinst, nämlich schnelle, einschüchternde mehrspurige Straßen.
Ein konkretes Beispiel. Du sitzt auf einem auf 45 km/h gedrosselten Roller und lässt dich quer durch die Stadt führen. Auf dem Weg liegt eine Kraftfahrstraße, also so eine breite Ausfallstraße mit 80 km/h, baulich getrennten Spuren und Auffahrten wie auf einer Autobahn. Sie trägt aber nur das Schild Kraftfahrstraße, nicht Autobahn. Für Google Maps ist das damit eine ganz normale Straße, und die App schickt dich mitten hinein, obwohl du dort mit Vollgas zum langsamsten Hindernis des Tages wirst. Genau das meinen Leute, wenn sie sagen, sie wollen mit dem Navi den Roller von der Autobahn fernhalten und werden trotzdem hingeschickt.
Dazu kommt das zweite Problem: das Tempo. Google Maps und Waze rechnen mit Autogeschwindigkeit. Eine Strecke, die das Navi mit 12 Minuten angibt, dauert auf einem 45er-Roller schnell 20 Minuten oder mehr. Du kommst also nicht nur auf der falschen Straße heraus, sondern auch noch zu spät. Für Google Maps und 50ccm gilt deshalb: Die App weiß schlicht nicht, dass sie ein langsames, zweirädriges Fahrzeug vor sich hat.
Und der Roller-Modus? Den gibt es in Google Maps tatsächlich, aber nur in Teilen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas, etwa in Indien, Indonesien und auf den Philippinen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz steht er nicht zur Verfügung. Selbst dort, wo es ihn gibt, optimiert er auf Motorradtempo, statt die Straßen durchzusetzen, die ein 50ccm-Moped rechtlich nutzen darf. Ob dein Roller überhaupt aufs Schnellstraßennetz darf, klären wir im Beitrag Darf ein Roller auf die Autobahn?
Warum eine Auto-App das gar nicht lösen kann
Das ist kein Bug, den Google irgendwann patcht. Es ist eine Frage der Bauweise. Eine Auto-Navigation kennt grob zwei Welten: Autobahn und nicht Autobahn. Diese Einteilung passt für ein Auto auch, denn ein Auto darf auf fast jede dieser Straßen. Für ein Zweirad zwischen 25 und 50 km/h ist die Welt aber feiner unterteilt. Da gibt es die ruhige Wohnstraße, die Hauptstraße mit 50, die Ausfallstraße mit 70, die Kraftfahrstraße mit 80 und schließlich die Autobahn. Dein Roller darf nur auf die ersten drei davon, und nur auf den ersten beiden fühlt es sich wirklich gut an.
Eine App, die nur ein einziges Häkchen für Autobahnen kennt, kann diesen Unterschied nicht abbilden. Sie kennt deine Fahrzeugklasse nicht, also kann sie auch nicht wissen, dass eine Kraftfahrstraße für dich tabu und für ein Auto völlig normal ist. Mehr zum grundsätzlichen Vergleich der großen Karten-Apps findest du in Google Maps gegen Apple Karten.
Die Lösung: Urban Rider fragt nach deinem Fahrzeug
Das ist die App, die ich mache, also gewichte das entsprechend. Urban Rider geht das Problem an der Wurzel an, indem es zuerst eine Frage stellt, die Google Maps nie stellt: Was fährst du?
Du wählst dein Fahrzeug und deine Geschwindigkeitsklasse, also 25 km/h, 45 km/h, 50ccm oder 125er, und auch das Fahrrad ist dabei. Aus dieser einen Angabe versteht die App den Unterschied zwischen einer ruhigen Stadtstraße und einer schnellen Ausfallstraße. Im Roller- und Moped-Profil meidet sie Autobahnen, Kraftfahrstraßen und viele Tunnel standardmäßig und hält dich von Straßen fern, die deine Klasse rechtlich nicht nutzen darf, eben nicht nur von denen mit dem Autobahn-Schild. So umgeht das Navi auf dem Roller die Autobahn und gleich die ganze Familie der zu schnellen Straßen mit.
Weil die App weiß, wie schnell du wirklich bist, sind auch die Ankunftszeiten realistisch und auf echtem Zweirad-Tempo berechnet, nicht auf dem Durchschnittsauto. Unterwegs bleibt die Navigationsansicht übersichtlich und zeigt nur die nächste Anweisung, die Distanz und dein Tempo, ideal für die Lenkerhalterung, und deine nächste Abbiegung erscheint auf der Apple Watch. Urban Rider ist kostenlos, verlangt kein Konto, hält den Routenverlauf auf dem Gerät und läuft nativ für iOS und Android, jetzt auch im Google Play Store.
Google Maps und Waze gegen Urban Rider
| Funktion | Google Maps / Waze | Urban Rider |
|---|---|---|
| Autobahn vermeiden | Ja, in den Routenoptionen | Ja, standardmäßig im Roller-Profil |
| Schnelle Kraftfahrstraßen meiden | Nein, gelten nicht als Autobahn | Ja, abhängig von deiner Klasse |
| Kennt Fahrzeug und Geschwindigkeitsklasse | Nein | Ja: 25 km/h, 45 km/h, 50ccm, 125er, Fahrrad |
| Roller-Modus in Europa | Nein, nur in Teilen Asiens | Ja |
| Ankunftszeit | Mit Autotempo gerechnet | Mit echtem Zweirad-Tempo |
| Preis | Kostenlos | Kostenlos |
| Plattformen | iOS, Android | iOS, Android, Apple Watch |
Was du jetzt tun solltest
Wenn Google Maps deine Haupt-App bleibt, dann schalte zumindest Autobahnen vermeiden und Mautstraßen vermeiden in den Routenoptionen ein, kalkuliere großzügig Zeit ein und sei wachsam, sobald die Route auf eine breite, schnelle Straße zusteuert. Das ist die beste Notlösung, mehr aber auch nicht.
Wenn du regelmäßig mit Roller oder Moped fährst, probier ein Navi, das beim Fahrzeug ansetzt, statt es als nachträglichen Einfall zu behandeln. Weitere kostenlose Optionen vergleichen wir in Routenplaner für Roller kostenlos, und einen ehrlichen Rundumblick auf alle Apps gibt es in Beste Navigations-App für Roller und Moped. Fahrer verdienen Werkzeuge, die zu der Art passen, wie sie sich wirklich durch eine Stadt bewegen.
Häufige Fragen
Wie stelle ich in Google Maps Autobahnen vermeiden ein?
Gib Start und Ziel ein, wähle das Auto-Symbol und tippe auf Routenoptionen. Dort aktivierst du Autobahnen vermeiden und Mautstraßen vermeiden. Auf iOS und Android funktioniert das gleich. Der Haken: Die Einstellung meidet nur Autobahnen im engen Sinn, nicht jede schnelle, mehrspurige Kraftfahrstraße.
Warum schickt mich Google Maps trotz Autobahn vermeiden auf eine Schnellstraße?
Weil Autobahn vermeiden nur Straßen mit dem amtlichen Status Autobahn ausschließt. Eine Kraftfahrstraße mit 80 km/h zählt technisch nicht als Autobahn, also bleibt sie in der Route. Google Maps kennt deinen 50ccm-Roller nicht und rechnet mit Autotempo, deshalb landet ein auf 45 km/h gedrosselter Roller auf einer einschüchternden, viel zu schnellen Straße.
Kann Waze Autobahnen für meinen Roller vermeiden?
Ja, unter Einstellungen, Navigation kannst du in Waze Autobahnen vermeiden und Mautstraßen vermeiden aktivieren, auf iOS und Android. Wie bei Google Maps betrifft das aber nur echte Autobahnen. Schnelle Ausfallstraßen und Kraftfahrstraßen bleiben in der Route, und Waze kennt deine Fahrzeugklasse nicht.
Gibt es ein Navi, das die Autobahn für 50ccm wirklich umgeht?
Urban Rider fragt nach Fahrzeug und Geschwindigkeitsklasse, also 25 km/h, 45 km/h, 50ccm oder 125er, und auch Fahrrad. Im Roller- und Moped-Profil meidet die App Autobahnen, Kraftfahrstraßen und viele Tunnel standardmäßig und hält dich von Straßen fern, die deine Klasse rechtlich nicht nutzen darf. Die Ankunftszeiten beruhen auf echtem Zweirad-Tempo.
Ist Urban Rider kostenlos und für iOS und Android verfügbar?
Ja. Urban Rider ist eine kostenlose, native App für iOS im App Store und für Android im Google Play Store. Es gibt keine Beta, kein Konto ist nötig, und dein Routenverlauf bleibt auf dem Gerät.
